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Im
Jahre
1419, auf Befehl Heinrich des Seefahrers,
wurde der Archipel Madeira, der bereits 1350
auf italienischen und spanischen Seekarten
verzeichnet worden war, von Joao Gancalves
Zarco und Tristao Vaz Teixeira,
wiederentdeckt und für Portugal erobert.
Madeira diente als hervorragender Stützpunkt
für alle seefahrerischen Unternehmungen der
großen Seemacht Portugal.
So
spielte Madeira seit dem 15. Jahrhundert
eine bedeutende Rolle in der Geschichte der
großen Eroberungen und Entdeckungen
Portugals und entwickelte sich ebenfalls zum
bedeutenden und reichen Umschlagplatz für
alle atlantischen Handelswege.
Auch
war es Madeira und die Nachbarinsel Porto
Santo von wo aus Christoph Columbus seine
"Entdeckung Amerikas" begann.
Nachdem
das Insel-Archipel zwischen den Kapitänen
von Funchal, Machico und Porto Santo
aufgeteilt worden war, begann 1425 eine
Zeit des wirtschaftlichen Wohlstandes, es
wurde Weizen angebaut. Zur Blütezeit
wurden, verwaltet von etwa 150 Landgütern,
mehr als 3.000 "moios" (altes
Gewicht) Getreide ins europäische Festland
verkauft. Den Handel vollzogen
portugiesische und genuesische Handelshäuser.
Zum
Ende des 15. Jahrhunderts veränderte sich
die Landwirtschaft - der Anbau von
Zuckerrohr wurde bedeutend und das "weiße
Gold" wurde nach ganz Europa
exportiert. Auf den Zuckerrohr-Feldern
arbeiteten Sklaven aus den afrikanischen
Kolonien Portugals.
Die
erste mechanische Verarbeitungs-Anlage, die
mit Wasserkraft lief, wurde von dem
Madeirenser Diogo de Teives, entwickelt und
gab der Produktion von Zucker einen enormen
Impuls. 1506 erreichte die Produktion und
Verarbeitung ein Volumen von mehr als
230.000 "arrobas" (etwa 4 Mio
Kilogramm) jährlich.
Diese
Zeit der Zuckerexporte war für Madeira eine
Epoche großen Reichtums und hoher Kultur.
Madeira war ein bekannter und kultivierter
Ort.
Noch
heute finden sich in den Museen Zeugnisse
dieses Kunstreichtums und der Kunst dieser
Zeit und noch heute kann man im Museum für
Sakrale Kunst in Funchal eine der größten
und repräsentativsten Sammlungen der Bilder
der flämischen Malerei anschauen.
Weitere
Zeugnisse dieser Epoche sind die
Bischhofskirche in Funchal, die Kirche und
das Kloster der Klarissinnen, die Kirchen in
Calheta, Santa Cruz und Machico und die
Kapelle in Reis Magos - ebenso wie
verschiedene Fenster im manuelinischen Stil,
die auch im Museum der "Quinta das
Cruzes" zu sehen sind.
Aber
seit den letzten Jahrzehnten des 16.
Jahrhunderts ging der Zuckerexport
dramatisch zurück, die Pflanzen wurden zunächst
von einer Krankheit befallen, aber vor allem
verdrängte der brasilianische Zucker den
madeirensischen vom Markt. Ironischerweise
gerade der brasilianische, denn Madeirenser
hatten die dortige Zuckerproduktion mit
ihren Maschinen modernisiert
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